Whisky Tasting
Ein Tasting stellt ein Erlebnis von höchstem Genuss dar. Man betritt durch eine Verkostung die Welt der Sinne und der erlesensten Whisky-Sorten. Whisky gilt wohl als das schönste Geschenk, das die keltischen Vorfahren auf den britischen Inseln der Welt als Vermächtnis hinterlassen haben.
Beim Whisky Tasting geht es um das Erforschen und Verkosten der speziellen Geschmackseigenschaften von Whisky. Hierbei gibt es verschiedene Vorgehensweisen, welche aber alle einen gemeinsamen Nenner aufweisen, nämlich: Das Verkosten eines kleinen Schluckes Whisky. Dabei kann man ähnlich vorgehen wie bei der Weinprobe. Es wird ein kleiner Schluck Whisky zu sich genommen und gegurgelt oder auch gekaut.
Das Sinnesorgan Mund
Bei der gebräuchlichsten Methode wird der Whisky mit möglichst wenig Luft im Mund erwärmt und mit Speichel vermischt, damit die Aromastoffe des Whiskys freigesetzt und im Mund entwickelt werden können. Man wälzt dabei den Whisky im Mund hin und her und drückt ihn mit der Zunge immer wieder gegen den Gaumen. Nach einiger Zeit lässt man den so erwärmten und bewegten Whisky langsam bei geschlossenem Mund in den Hals ablaufen, woraufhin er dann erst abgeschluckt wird. Der geschlossene Mund ist hierbei besonders wichtig, da in Verbindung mit Luft selbst der sonst so milde Single Malt Whisky im Halse brennt. Bei diesem Vorgang wird herauszufinden versucht, welche Geschmachseigenschaften, von süß über sauer bis salzig oder bitter, der jeweilige Whisky dabei entwickelt. Es wird vor allem beobachtet, ob sich diese Eigenschaften nach und nach entwickeln oder ob sie alle zusammen im Munde "explodieren." Anschließend achtet man darauf, wie lange und intensiv der jeweilige Geschmack nach dem Abschlucken noch erhalten bleibt.
Beim Verkosten eines Whiskys in Fassstärke (meist über 50 % Vol.) wird empfohlen, etwas Wasser beizumischen, damit der hohe Alkoholgehalt reduziert und die empfindlichen Geschmacksnerven nicht betäubt werden und so der Genuss des Whiskys nicht beeinträchtigt wird. Man verwendet dabei nur stilles Wasser, wie Quellwasser oder auch Leitungswasser.
Verzichten sollte man bei einem Whisky Tasting auf das Rauchen und Essen. Erlaubt sind aber Biskuites und etwas Weißbrot, da diese den Geschmack zwischen zwei verschiedenen Whisky-Sorten neutralisieren. Zudem ist natürlich auch das Trinken von Wasser zwischendurch erlaubt.
Sinnesorgane Nase und Augen
Eine nicht zu unterschätzende Rolle bei einem Tasting spielt natürlich die Nase, als auch die Augen. Nachdem das Glas knapp einen Finger breit mit Whiskey gefüllt wurde, hält man dieses gegen das Licht, um auf diese Weise die spezifische Farbe des jeweiligen Whiskys zu beurteilen. Hat der Whisky die Farbe von Kupfer oder eher von Bernstein, vielleicht auch Gold? Ist er klar und durchscheinend, hell oder dunkel? Es wird hierbei versucht, die Farbe und das Aussehen so genau wie möglich zu beschreiben.
Anschließend wird das Glas geschwenkt, um so die Duft- und Aromastoffe freizusetzen. Dabei "versenkt" man sich mit der Nase in das Glas, wobei es zu vermeiden ist, die Flüssigkeit zu berühren. Da der Geschmackssinn nur zwischen süß, sauer, salzig und bitter unterscheidet, ist die Vielfalt des Geruchssinns bei einem Tasting unerlässlich. Deshalb gehört die Nase beim Tasting grundsätzlcih dazu. Nur in der Vereinigung von Geruch und Geschmack wird die volle Tiefe und Fülle des Aromas erfahrbar. Ein feines und ausbalanciertes Bouquet bei einem Single Malt Whisky bedeutet auch einen ausgewogenen und abgerundeten Geschmack. Doch auch bei einem Bourbon oder Scotch wird die Auskostung des vollen Aromas nur mittels Nase und Mund erreicht.
Die Gläser
Man unterscheidet hier zwischen mehreren verschiedenen Gläsern. Zum Einsatz kommen besonders das Classic Malt Tasting Glas, das Nosing Glas als auch das Deckelglas, sowie der Tumbler.
Die besonders für Whiskey verwendeten Tumbler bezeichnet man auch als "Old-fashioned Glasses." Das Nosing Glas wird traditionell beim Verkosten von Single Malt Whisky verwendet. Das Nosing Glas ist ein sehr dünnes Glas, bei dem der Whisky, im Gegensatz zum Tumbler, leicht mit der Hand erwärmt werden kann, da die Whiskys mit einer Temperatur knapp über Zimmertemperatur verkostet werden. Zudem wird durch die schmale Öffnung beim "Versenken" mit der Nase im Glas die Berührung mit dem Whisky verhindert. Es eignet sich durch seine Form, welche mit einer Sherrytulpe vergleichbar ist, besonders gut zum Schwenken des Inhalts, dessen Aromaentfaltung durch die bauchige Form bei schmaler Öffnung forciert wird. Auch der Scotch und der Bourbon Whisky werden meist aus diesem Glas verkostet.
Nun viel Spaß beim Genießen!

